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Was ist eine gesetzliche Betreuung?

Wer kann eine Betreuung führen?

Das Betreuungsgesetz sieht als mögliche Betreuerinnen/Betreuer  natürliche Personen (Ehrenamtliche oder Professionelle) und juristische Personen (anerkannte Betreuungsvereine oder Behörden) vor. Konkrete Anforderungsmerkmale zur Geeignetheit für die Bestellung zum Betreuer werden nicht genannt. Dieses erscheint bei der Vielzahl der möglichen Aufgabenkreise auch kaum möglich. Die Anforderungen richten sich vielmehr an den vom Gericht definierten und vom Betreuer dann zu bearbeitenden Aufgabenkreisen aus. Es ist allerdings nicht von Bedeutung, dass der Betreuer innerhalb der Aufgabenkreise sämtliche Tätigkeiten in eigener Person ausführen kann, er muss vielmehr in der Lage sein, die Erledigung der Angelegenheiten durch Einschaltung von entsprechenden Fachleuten sicher zu stellen. Bei berufsmäßig geführten Betreuungen ist die Betreuungsbehörde Lüneburg und das hiesige Betreuungsgericht zu dem Schluss gekommen, dass der Qualifizierungsgrad eines akademisch gebildeten Sozialarbeiters/Sozialpädagogen für die Tätigkeit eines gerichtlich bestellten Betreuers eine Voraussetzung ist.

Bei der konkreten Auswahl eines Betreuers sieht das Gesetz eine bestimmte Rangfolge vor. In erster Linie ist der Wille des zu Betreuenden ausschlaggebend. Wird der Wille nicht geäußert, hat die Bestellung einer natürlichen Person Vorrang. Hier ist von entscheidender Bedeutung, wen der zu Betreuende vorschlägt oder ausschließt und wie die persönliche Bindung zwischen zu Betreuenden und möglichen Betreuern ist. Zunächst kommen nahe Angehörige in Betracht. Findet sich niemand für die Übernahme der Betreuung als Ehrenamt, ist die Bestellung einer Person als Betreuer zulässig, die dieser als Selbstständiger oder Angestellter eines anerkannten Betreuungsvereines oder einer Behörde ausführt. Erst wenn keine natürliche Person alleine oder mehrere gemeinsam in der Lage sind, die Betreuung zu führen, ist die Bestellung einer juristischen Person zulässig. Hier hat wiederum ein anerkannter Betreuungsverein vor der Behörde Vorrang. Bei allen als Betreuer in Frage kommenden Personen, hat das Betreuungsgericht die Gefahr von Interessenskonflikten zu berücksichtigen. Auszuschließen sind Personen, die in einem Abhängigkeitsverhältnis oder einer engen Beziehung zu einer Anstalt, einem Heim oder einer sonstigen Einrichtung stehen, in dem der zu Betreuende wohnt oder untergebracht ist.