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Was ist eine gesetzliche Betreuung?

Die Kosten einer Betreuung

Das Gericht erhebt eine Jahresgebühr nur, wenn das Vermögen des Betroffenen 25.000,- € nach Abzug aller Verbindlichkeiten übersteigt. Ein Hausgrundstück, das von dem Betreuten, dem nicht getrennt lebenden Ehegatten bzw. Lebenspartner und/oder seinem minderjährigen unverheirateten Kindern bewohnt wird sowie nach dem Tod des Betreuten auch weiterhin bewohnt werden soll, wird nicht als Vermögen berücksichtigt. Für jede angefangenen 5.000,- € über der Vermögensfreigrenze hinaus werden 10,- €, mindestens aber 200,- €, als Jahresgebühr durch das Gericht erhoben. Darüber hinaus können noch Kosten u. a. für die Erstellung eines Gutachtens oder eine Verfahrenspflegschaft anfallen. Diese können nicht näher benannt werden, da sie nach dem Umfang bzw. des Arbeitsaufwandes berechnet werden.

Neben den Verfahrenskosten fallen noch die Betreuungskosten an. Diese sind durch vermögende Betreute selbst oder bei nicht Vermögenden, durch die Staatskasse zu tragen. Ob jemand vermögend ist, richtet sich nach den Bestimmungen des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch. Die Grenze für Barvermögen beträgt hier grundsätzlich 2.600,- €. Der Einsatz von anderen Vermögenswerten kommt nur in Betracht, wenn diese auch verwertbar sind. Abweichungen nach oben sind nach Berücksichtigung des Einzelfalles möglich. Insbesondere ein angemessener Hausrat und ein selbst genutztes angemessenes Hausgrundstück sind geschützt.

Ein ehrenamtlicher Betreuer kann zwischen zwei Möglichkeiten wählen, um seine Aufwendungen zu decken. Er kann eine jährliche pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 399,- € beanspruchen oder jede einzelne Aufwendung (z. B. Porto, Kopierkosten oder Kilometergeld) abrechnen.

Download: Antrag für die Aufwandspauschale    aufwandspauschale_399.pdf - 6 kB


Download: Vorlage für Einzelaufwendungen    vorlage_einzelaufwendungen.pdf - 386 kB


Bei letzterem empfiehlt es sich, dieses zuvor mit den Rechtspflegern am Betreuungsgericht zu besprechen.

Wird eine Betreuung berufsmäßig (z. B. durch einen selbstständigen Betreuer oder einen Betreuer des Vereins) geführt, bestimmt sich die Höhe der Vergütung nach den Vorschriften des Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG). Hiernach erhält der Betreuer je nach seiner beruflichen Qualifikation einen Stundensatz in Höhe von 27,- € bis 44,- €. Um eine hohe Qualität in der Betreuungsarbeit zu leisten, sind bei dem Betreuungsverein Lüneburg e. V. ausschließlich Dipl.- Sozialarbeiterinnen als Betreuerinnen beschäftigt. Neben der Höhe des Stundensatzes schreibt das VBVG noch eine Zeitpauschale vor. Diese richtet sich nach der Vermögenssituation und dem Aufenthaltsort des Betreuten sowie der Dauer der Betreuung.

Schaubild zu den Betreuungszeiten nach VBVG:


Std./Monat

Vermögende Betreute
Mittellose Betreute
Gewöhnlicher Aufenthalt:
Heim
Wohnung Heim Wohnung
1.-3. Monat
5 ½ 8 ½ 4 ½ 7
4.-6. Monat
4 ½ 7 3 ½ 5 ½
7.-12. Monat
4 6 3 5
12.< Monat
2 ½ 4 ½ 2 3 ½

Dementsprechend fallen bei einer durch einen Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialarbeiter berufsmäßig geführten Betreuung je nach Vermögenssituation, Aufenthalt und Dauer der Betreuung Vergütungen in Höhe von 88,- € bis zu 374,- € je Monat an. Der Betreuer selbst hat hierauf keinen Einfluss.